Infernal.
Begegnung mit einer Litfaßsäule, die sich scheinbar öffnet.

Infernal.
An encounter with an advertising column, which seems to open up.

Wie aus der Zeit gefallen treffe ich auf eine Botschaft wie aus fernen Zeiten, vertraut In Dimension und Inhalt. Zugänglich und erinnerbar als Aufforderung zum so scheint es noch Erlaubten Widerstand.

Wie ein Deja-vu zum „ Dritten Mann“ gewährt die Säule Zugang, fordert auf die Wände aus Einem Jahrzehnt Werbebotschaft zu durchschreiten, bereit zu sein für ein sich weiten, auf Einblick in das Dahinter, Öffnung zum Unten wie zum Oben.

Mit der Annährung erfolgt die Erfahrung des Gewichtes von Papier auf Papier auf Papier,

ich will glauben das auch die Inhalte , ob politisch oder kulturell von Substanz sind. Bin gespannt auf die Erfahrung der Innenwelt.

Von einer Funzel zu schwach beleuchtet betrete ich ein „ Prepper Depot“ es riecht nach eiserner Reserve , über mir schwingt eine abgehungerte Räuchspeckschwarte, zu meinen Füßen vertrocknete Speisereste. Mir schwindet die Hoffnung, sogar der Weg zur Unterwelt ist verschüttet, die Resourcen aufgebraucht, eine kalte hellblaue verwelkte und vergangene Innenwelt. Das Depot ist fast geleert nur noch Reste zum Abnagen, der einstige Überfluß nur noch zu ahnen.

Fragen kommen mir unversehens, wer hat sich dieses einstigen Reichtums ermächtigt? Wer hat davon gewusst? Es war doch genug da man hätte teilen können, man hätte hoffen können, man hätte nach Antworten suchen können. Ich suche nach Schuldigen, wer hatte Wissen darum und Zugang, wer hat sich bedient? Und ahne doch das hier Moral versagt , es ist im Einklang der Kulturen ganz simpel,

infernal.

Tom Oleander im Juli 2022

As if stepping out of time, I come across a message from a bygone era, familiar in both form and content. Accessible and evocative, it seems to be a call to resistance—a form of resistance that is, it seems, still permissible.

Like a déjà vu to ‘The Third Man’, the column grants access, inviting one to pass through walls of advertising messages from a bygone decade, to be ready for a widening perspective, for a glimpse of what lies behind, an opening both downwards and upwards.

As I approach, I experience the weight of paper upon paper upon paper,
I want to believe that the content, whether political or cultural, is of substance. I am curious about the experience of the inner world.

Illuminated by a dim light too weak to guide me, I enter a ‘prepper depot’; it smells of iron reserves, a emaciated rind of smoked bacon hangs above me, dried-up food scraps lie at my feet. My hope fades; even the path to the underworld is blocked, the resources exhausted, a cold, pale blue, withered and bygone inner world. The depot is almost empty, with only scraps left to gnaw on; the former abundance can now only be guessed at.

Questions spring to mind unexpectedly: who has appropriated this former wealth? Who knew about it? There was surely enough to share, one could have hoped, one could have sought answers. I search for culprits: who knew of it and had access, who helped themselves? And yet I sense that morality has failed here; in the harmony of cultures, it is quite simply,

infernal.

Tom Oleander in July 2022